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Der längste Tunnel der Welt

In den Alpen entsteht derzeit ein Jahrhundertbauwerk: Der Brenner-Basistunnel, der das österreichische Innsbruck mit der Südtiroler Stadt Franzensfeste verbindet. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2026 wird er der längste Tunnel der Welt sein. Die 55 km lange Strecke verläuft flach unter dem Brenner. Rechnet man die bereits bestehende Eisenbahnumfahrung um Innsbruck hinzu, in die der neue Tunnel mündet, beeindruckt die Röhre durch eine Länge von insgesamt 64 km. Mit 250 km/h werden Schnellzüge auf gerader Strecke unter den Alpen hindurchrasen. Die Fahrzeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste verkürzt sich damit von 80 auf 25 Minuten. Im Tunnel der Superlative kommen gewaltige Tunnelbohrer zum Einsatz, deren Bohrköpfe einen Durchmesser von bis zu zehn Metern haben. Die riesigen Vortriebsmaschinen werden mit Wasser gekühlt. Zudem wird der entstehende Staub durch Wasser gebunden. Im Berg entstehen dadurch große Wassermengen, die wieder in die Natur zurückgeführt werden. Hinsichtlich der Wasserqualität müssen strenge Auflagen erfüllt werden, daher kommen komplexe Wasseraufbereitungssysteme zum Einsatz. Um das Schmutzwasser zwischen den Aufbereitungsstufen befördern zu können, werden Pumpanlagen benötigt, die ihre Pumpleistung selbstständig an die lokalen Bedingungen anpassen. Der Zulauf zu den einzelnen Regelstufen, wie beispielsweise die Regelung des pH-Wertes, muss hierbei möglichst kontinuierlich und ohne große Wasserstöße geschehen. Nur so kann der jeweilige Regelungsvorgang effizient betrieben werden. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass der maximal mögliche Wasserzulauf in die Speicherbecken auch abgepumpt werden kann. An dieser Stelle kam im Herbst 2016 NOLTA als Experte für Maschinen- und Pumpenanschluss-Systeme ins Spiel. Peter Schütz, Projektleiter Tunnelbau International bei STRABAG: „Am Brenner Basistunnel befindet sich am Portal des Zugangsstollen Sillschlucht eine Gewässerschutzanlage. Diese bereitet alle an dieser Stelle anfallenden Berg- und Brauchwässer auf. Ein Teil der hier aufbereiteten Wässer wird wiederum als Brauch- bzw. Kühlwasser der Vortriebe und Baustelleneinrichtungsflächen eingesetzt. Sämtliche Wässer werden dabei gepumpt und infolge dessen schwankt die Wassermenge, die der Gewässerschutzanlage zugeführt wird, sehr stark. Der Betrieb der Anlage ist dadurch erheblich beeinträchtigt.“

Die Aufgabe für NOLTA bestand darin, Motorschutz, Schwimmerschalter und Pumpensteuerung so zu koordinieren, dass das Wasser gleichmäßig durch die Sickerbecken fließt – egal, wie viel Wasser von der Baustelle gerade eingeleitet wird. Zudem sollte ein tragbares Gerät entstehen, das flexibel eingesetzt werden kann. Für das Konzept und einen Prototyp hatten die NOLTA-Entwickler drei Wochen Zeit – ein ehrgeiziger Zeitrahmen, an dessen Ende jedoch eine praktikable und vor allem wirtschaftlich vorteilhafte Lösung stand. Der Clou: Die Steuerung der Pumpen ist so programmiert, dass nur ein Frequenzumrichter notwendig ist, um für einen gleichmäßigen Durchfluss zu sorgen. So verläuft der Reinigungsprozess des Wassers höchst effizient und trägt dazu bei, das Jahrhundertbauwerk in den Alpen zu verwirklichen.