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„Gute Ideen sollten nicht in der Schublade verschwinden“

 

Immer weiter denken – Eine Erfolgsgeschichte

Wenn es ein Sprichwort gibt, das zu NOLTA Unternehmensgründer Walter Tatje besonders gut passt, dann ist es wohl „Not macht erfinderisch“. Deutschland schrieb das Jahr 1945. Zahlreiche Städte waren zerstört. Im Oberhessischen Marburg begann der damals 40-jährige Dreher, für sich und seine Familie eine neue Existenz aufzubauen. Er hatte Glück. Aufgrund seiner politischen Neutralität in Kriegszeiten wurde ihm gestattet, ein Unternehmen zu gründen. Zusammen mit seinem Schwager Heinrich Bonn eröffnete er in seiner Heimatstadt den Großvertrieb Technischer Erzeugnisse (GTE). Er legte damit den Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Der Anfang war voller Hindernisse, denn welche technischen Erzeugnisse ließen sich vertreiben, wenn es so gut wie nichts gab? Zu Fuß und mit dem Fahrrad machten sich Tatje und Bonn auf den Weg, um Stahlschrott zu sammeln. Jeder Meter Kabel, jede Glühlampe waren ungeheuer wertvoll. Aus Kriegsschrott wie alten Stahlhelmen fertigten die Männer Lampen und mit unendlichem Fleiß und Engagement entwickelte sich der GTE im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Elektrogroßhandelsunternehmen in Hessen.

Walter Tatje hatte eine besondere Begabung: Er erkannte technische Zusammenhänge und wollte sie weiterentwickeln. „Produkte intelligenter machen“, war seine besondere Leidenschaft. So hatte er den Ehrgeiz, einen „denkenden“ Tauchsieder zu konstruieren, der sich selbst abschaltet. Er entwickelte Innenraumleuchten mit besonders hohem Wirkungsgrad oder träumte von Autobahnleuchten, die nicht blenden und trotzdem alle Fahrstreifen erhellen.

Walter Tatje war ein Tüftler und es war nur eine Frage der Zeit, bis ihm eine bahnbrechende Idee gelang: 1959 entwickelte er den ersten 1-phasigen Motorschutzstecker in Zusammenarbeit mit Ingenieur Nolte.

Walter Tatje verfügte außerdem über eine zweite Begabung: Er war ein guter Verkäufer. Die neue Erfindung stellte Tatje deshalb bei einem großen Hersteller für Baumaschinen in München vor – und erhielt seinen ersten Auftrag über 300 Exemplare. Ein großer Erfolg, allerdings war die Produktion der Motorschutzstecker noch weit von einer industriellen Fertigung entfernt. Der erste Auftrag wurde daher in Handarbeit erledigt, verzögert ausgeliefert und war trotz allem der ermutigende Beginn der NOLTA. Namensgeber des neuen Unternehmens waren die Erfinder selbst: Nolte und Tatje.

Durch Besuche in Deutschland wuchs der Kundenstamm und durch die Teilnahme an der Hannover-Messe konnte NOLTA auch erste internationale Kontakte knüpfen. Bereits 1960 führte das Unternehmen den 3-phasigen Motorschutzstecker ein und begann 1969 mit der Produktion von Regelgeräten. Heute erstreckt sich das Angebot der NOLTA auf die Bereiche Motorschutz, Niveauregelung und Steuerungen.

„Gute Ideen sollten nicht in der Schublade verschwinden“

In den Elektrogroßhandel des Vaters einzusteigen, war für Felix Bonn keine Option. Ein duales Studium „Internationales Business Management“ bei Siemens war schon eher in seinem Sinne. Die Ausbildung führte Felix Bonn in die Schweiz, nach Frankreich, Indonesien und in die USA. Sie öffnete seinen Blick auf die Welt und die Möglichkeiten, die sich in ihr bieten. „Meine Diplomarbeit wollte ich auf jeden Fall über ein Thema schreiben, das in der Praxis auch zur Anwendung kommt. Schließlich sollen gute Ideen nicht in der Schublade verschwinden“, erklärt der heutige Geschäftsführer der NOLTA.

Es war eine glückliche Fügung, dass sein Vater an einem weiteren Unternehmen beteiligt war, der NOLTA. Der renommierte Hersteller für Motorschutz und Wassertechnik war genau in dieser Zeit auf dem Weg der Internationalisierung.


Der zentrale Einkauf der Kunden hatte sich gewandelt. Nun war es wichtig, in den jeweiligen Märkten vor Ort zu sein. Zudem hatte NOLTA in Deutschland bereits eine Marktsättigung erreicht – auf neun von zehn Baustellen waren NOLTA-Motorschutzstecker im Einsatz. Wohin also wachsen? Das Diplomarbeits- Thema für Felix Bonn war gefunden. „Nach einer Marktanalyse für USA schrieb ich meine Arbeit über die Expansion der NOLTA in den Vereinigten Staaten“, meint Bonn. „Aber ich wollte das Konzept nicht nur schreiben, sondern auch umsetzen.“ So stieg er im Jahr 2007 ins väterliche Unternehmen ein.

Felix Bonn unterstützte anfangs Dr.-Ing. Jochen Knake, der Mitte der 1990er-Jahre die Geschäftsführung der NOLTA übernommen hatte. Dank seines Marketing-Hintergrunds bei Procter & Gamble verschlankte Knake das Angebot der NOLTA und verbesserte so die Profitabilität des Unternehmens. 2007 war er für die Expansion der NOLTA nach China verantwortlich. Felix Bonn übernahm in dieser Zeit die Expansion nach Westen und baute eine NOLTA-Präsenz mit Büro und Lager in Boston auf.

Seit 2012 teilen sich Bonn und Knake die Aufgaben der Geschäftsführung.

Im Jahr 2013 entschied sich das Führungs-Duo für die Gründung einer Tochtergesellschaft in Indien, um im asiatischen Markt differenzierter agieren zu können. Mit Gründung der NOLTA NOVA Anfang 2017 setzen Bonn und Knake den Erfolgsweg des Unternehmens fort.

„Gib mir mal den NOLTA Stecker“ - Wie eine Idee die Welt eroberte

Den Stecker von NOLTA kennt heute jeder Bauarbeiter. Seit seiner Einführung hat er sich zum klassischen Gattungsbegriff entwickelt, so wie Walkman damals für tragbare Kassettenrekorder oder Tempo für Papiertaschentücher. Der Grund dafür ist einfach: Mit dem innovativen Motorschutzstecker kam NOLTA im Jahr 1959 als Erster auf den Markt. Und mit der Nummer 1 verbinden Kunden immer etwas Besonderes, eine Innovation, die sie besonders schätzen. Diese Einmaligkeit ist für den Zweiten im Markt bereits nicht mehr gegeben und schon gar nicht für andere Nachahmer.

Ein weiteres Indiz für eine starke Marke ist eine über Jahrzehnte gleichbleibend hohe Qualität. So ist es nicht verwunderlich, dass Produkte von NOLTA heutzutage aus der Welt der Wassertechnik nicht mehr wegzudenken sind.

Die Idee des NOLTA-Steckers ist so einfach wie genial: Er schützt Motoren vor thermischer Überlastung, vor Kurzschluss oder auf Wunsch auch vor einer falschen Drehrichtung – und das direkt am Gerät, sodass mobile Baumaschinen oder Pumpen im Falle eines Falles einfach wieder eingeschaltet werden können. Auf Baustellen und in Produktionsbetrieben haben NOLTA-Stecker das Leben einfacher gemacht.

Der Unterschied liegt im Detail
Wo NOLTA-Stecker zum Einsatz kommen, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Im täglichen Einsatz müssen sie daher großen Belastungen standhalten. Führten alte Steckermodelle manchmal zu Materialermüdungen am Steckervorsatz, kann dieses Phänomen an den neuen NOLTA-Steckern der 50er-Serie nicht mehr auftreten. Die Stabilität des Steckervorsatzes ist dadurch garantiert, dass dieser in einem Guss mit dem Boden des Steckers gespritzt wird. Auftretende Hebelwirkungen werden so direkt vom Gehäuseboden aufgenommen und machen ein Abbrechen praktisch unmöglich.

Große Produktpalette für jeden Einsatz
NOLTA ist ein Spezialist für Spezialisten. Durch ein breites Produktsortiment profitieren Kunden deshalb auch von Schutzkombinationen für besondere Maschinen und Anwendungen, um diese energieeffizienter zu betreiben.

Wie ein verdorbenes Weihnachtsfest zum Schlüsselerlebnis wurde

Heiligabend in den 1990er Jahren. Peter Jankowski hatte Notdienst und erhielt einen Anruf von einem Bauernhof im Badischen. Ausgerechnet an diesem Tag versagte auf dem Hof die Pumpe der Sickergrube ihren Dienst. Wer möchte über Weihnachten schon in Sachen Notdurft und Hygiene improvisieren? Eine Reparatur war dringend erforderlich. Als erfahrener Installateur war Peter Jankowski klar: In 90 % der Fälle ist nicht die Pumpe selbst, sondern der Schwimmerschalter defekt. Einen neuen Schalter hatte er für seinen Einsatz daher bereits im Kofferraum. Am Hof angekommen, bat Jankowski die Familie, für die nächste halbe Stunde keine Toiletten zu nutzen und schwang sich – ein Bär von einem Mann – in die Sickergrube. Offensichtlich hatten nicht alle Familienmitglieder seinen Appell vernommen. Kaum stand er in der engen Röhre, erwischte ihn ein Schwall Schwarzwasser. Das war zu viel für den engagierten Handwerker – und gleichzeitig der Schlüsselmoment für eine neue Lebensaufgabe: Er schwor sich, einen Schwimmerschalter zu entwickeln, der nie mehr kaputtgehen könne. Die Idee dafür hatte er bereits in der Schublade und als Peter Jankowski das Rentenalter erreichte, begann er, diese Idee zu realisieren. So kam es, dass ein Installateur mit 40-jähriger Berufserfahrung seinen Ruhestand nutzte, um mit seinem Unternehmen Niva GmbH zum Marktführer in Sachen Niveauregelung zu avancieren. Das Produkt überzeugte Kunden auf nationaler und internationaler Ebene. Der innovative Gedanke bestand in der doppelten Kapsel des Schwimmerschalters und einer feinen Kugel, die ab einem bestimmten Neigungswinkel einen Mikroschalter betätigt. Zudem verhinderte die von Jankowski entwickelte Tropfenform des Schalters, dass sich Feststoffe wie Toilettenpapier absetzen können und den Schalter beschweren. Im Alter von 70 Jahren wollte sich Peter Jankowski endgültig zur Ruhe setzen. Mit NOLTA arbeitete er zu diesem Zeitpunkt bereits eng zusammen und bot dem Geschäftspartner an, die Niva GmbH zu übernehmen, da man sich im Bereich der Pumpentechnik bereits hervorragend ergänzte. Ein Angebot, das NOLTA gerne annahm. Im Jahr 2008 verschmolz Niva mit NOLTA zu einer gemeinsamen GmbH.